Malrigidavosto - eine Biberart im Thysias von Karcanon. Im Volksmund auch Karalo-Floranische Schlapp-Schlapp-Schwanzbiber
Verbreitungsgebiet
Dieses intelligente Tier lebt vornehmlich in Waldgebieten in der Nähe von Wasserläufen. Dabei ist die Größe der Wasserläufe weniger ausschlaggebend als die Reinheit der Natur drumherum. Deshalb sieht man sie selten in der Nähe von menschlichen Siedlungen. Seine größte Verbreitung hat er in Karalo-Floran und in den Chnum-Bergen bei den Sieben Quellen.
Diese Biber legen in Ufernähe umfangreiche Holzburgen an - seltener Erdburgen, die nicht zu sehen sind - die von ihnen als Wohnbau genutzt werden. Der Eingang oder die Eingänge befinden sich unter Wasser und sind so für andere Tiere nicht zugänglich. Zwar hat ein ausgewachsener Biber praktisch kaum Fressfeinde, dennoch wären seine Jungen am Ufer leichte Beute für Raubvögel und andere Raubtiere.
Namensgebung und Besonderheiten
Gelehrte sprechen vom Malrigidavosto. Die von der allgemeinen Bevölkerung verwendete Bezeichnung ergibt sich aus dem Umstand, dass es mit seinem ausnehmend breiten Schwanz - von Gelehrten auch als "Kelle" bezeichnet - (am Ende etwa doppelt so breit wie bei einem gewöhnlichen Biber) seine Umgebung ertastet und riecht und dabei ein 'Schlapp-Schlapp'-Geräusch entsteht, wenn die Erde matschig ist. Zugleich werden durch das Schlappen winzigste, nicht sichtbare Teile aus der Erde und aus Pflanzen aufgewirbelt, die dann vom Organismus des Bibers als besonders genaue Information der Zusammensetzung der dortigen Fauna und Flora aufgenommen wird. Diese spezifische Sensorik erlaubt es dem Karalo-Floranischen Schlapp-Schlapp-Schwanzbiber seine Dammbaustellen mit noch mehr Bedacht auszusuchen, so dass seine Nachkommen sozusagen in bestem Biberluxus leben können: Er bekommt darüber Informationen zur Vielfalt der (essbaren) Pflanzen um die avisierte Stelle herum, zu möglichen Fressfeinden - der Häufigkeit und Verweildauer, zu dortigen Feuchtigkeitsschwankungen, zur Sauerstoffdurchdringung des Bodens und so weiter. Für schnelle Riecheindrücke benutzt es weiterhin seine Nase und nutzt den Schwanz für die 'Detailarbeit'.
Der Schwanz, beziehungsweise die Kelle, ist unbehaart und flach, mit hornartigen Hautplättchen überzogen. Die Biberkelle besitzt fürderhin mehrere Funktionen: Beim Schwimmen und Tauchen dient sie als ideales Höhen- und Seitenruder, sowie zum Balancieren und als Stütze an Land. Sie wird auch zum Signalisieren einer Warnung und als Abtauchsignal eingesetzt - ein kräftiger Schlag auf die Wasseroberfläche warnt Artgenossen vor möglichen Gefahren. In mageren Zeiten dient sie auch als Fettspeicher.
Körperliche Merkmale
Dieser Biber ist ungefähr drei Ellen groß und damit kleiner als der gewöhnliche Biber. Das Weibchen ist in der Regel etwa um eine Handbreit größer als das Männchen. Erkennbar sind sie auch an den Augenfarben: Die Weibchen haben dunkelgrüne Augen, die Männchen dunkelbraune. Das dichte Fell ist je nach Jahreszeit rötlich bis bräunlich. Diese Biberart ist ungewöhnlich langlebig und kann bis zu zwanzig Jahre alt werden.
Biber sind Säugetiere und pflanzliche Allesfresser. Ein Wurf hat meistens zwei bis vier Jungtiere, welche bereits sehend zur Welt kommen. Sie entwickeln schnell einen sehr guten Hör- und Geruchsinn. Ihre langen Tasthaare um Augen, Maul und an den Vorderfüßen sind der genauen Orientierung dienlich.
Paarungsverhalten, Nachkommen und Revier
Haben Karalo-Floranische-Schlappschwanzbiber einmal einen Partner gefunden, bleiben sie ein Leben lang zusammen. Sie leben in einem Familienverband, der aus dem 'Elternpaar' und den jüngsten drei Nachfolgergenerationen besteht. Davon wird aber nur der jüngste Wurf gesäugt (etwa bis zu 6 Monaten).
Da die Qualität des Biotops dieser Biberart oft hervorragend ist, ist ihr Revier oft auch weniger groß als das anderer Biber. So finden die geschlechtsreifen Jungtiere (im Alter von 2 Jahren) schneller in der Nähe ein eigenes Revier, welches mit Bibergeil, einem öligen Sekret aus dem Hinterteil des Bibers, markiert und verteidigt wird. Ein Revier erstreckt sich etwa eine Meile entlang des Wasserlaufs oder etwa eine Quadratmeile um ein Standgewässer herum.
Interaktionen mit Menschen
Es ist verboten diesen Biber zu fangen oder zu jagen. Früher wurden diese Tiere für ihr dichtes Fell getötet. Als Wesen, dass sich fast gleich gut im Wasser und zu Land behaupten kann und eine fast hellseherische Kapazität hat, seine Umwelt zu erfassen, wird es von den Waldbewohnern in Karalo-Floran ehrfürchtig in Ruhe gelassen. In harten Wintern wird solcherartigen Biberfamilien auch gelegentlich geschrotetes Korn hingestellt - in der abergläubischen Hoffnung auf den Bibersegen: Eine warme Behausung mit treuer Familie zu erhalten.
Inspiriert vom Werbungstanz des Bibers hat sich ein traditioneller Tanz erhalten, der auf Festen der normalen Bevölkerung gerne inszeniert wird. Er hat einige äußerst kunstvolle Tanzfiguren, die nur geübte Tänzer fehlerfrei darbeiten können. Auch in der Menschenwelt stößt dies auf reges Interesse bei den Damen, die ähnliche Künste in der Liebes(bett)statt erhoffen.
Immer wieder gibt es Sichtungen und Erzählungen von einem weißen Biber, um den sich auch altertümliche Märchen ranken. Würde ein weißer Biber gefangen genommen oder gar getötet, müsste der Jäger bei Bekanntwerden mit seinem Leben bezahlen.
Der (weibliche) Biber ist unter anderem das Wappentier der karalo-floranischen Holzhandwerker.