Horien - Ein Reich im Altertum im Bereich des heutigen Gwynddor.
Mythor-Karte 034 zu Horien von Helmut Pesch für My72.
Flächenmäßig so groß wie Erron und Weddon zusammen, zu denen der Fluß Largin im Thysias die natürliche Grenze bildet. Im Machairas liegt das dschungelreiche Samboco, im Ophis verläuft entlang der Düsterzone die Mauer der Alten Welt. Die im Lychnos liegenden Reiche, wie etwa Alt-Voldanien, sind längst zerfallen und ihre Namen fast schon in Vergessenheit geraten. Horien wird zwar dem Shalladad zugerechnet, aber Shallad Hadamurs EinfluS auf dieses Land ist nicht uneingeschränkt Es ist ihm weder gelungen, eine seiner vielen Töchter mit dem legendären Landesfürsten, dem Shaer O'Ghallun, zu verkuppeln, noch die geforderten Abgaben einzutreiben oder Horier für seine Streitmächte zu rekrutieren.
Das liegt vor allem daran, daB die Horier in unzählige Stämme untergliedert sind, die von ihren Brahiden (Brahid = Titel für Stammesführer) angeführt werden und auf ihre Eigenständigkeit bedacht sind. Die überwiegende Mehrheit der Horier sind Nomaden, die es mit der peristrischen Grenze nicht genau nehmen, aber nie den Largin nach Phialae überschreiten. Hadamurs Vogelreiter sind in diesem Land nur geduldet und haben keinen Einfluß auf die Bewohner oder die Politik dieses Landes. Shallad Hadamur hat kleinere Reibereien mit den Horiern nie für eine Demonstration seiner Macht zum Vorwand genommen, ist ihm doch bekannt, daß die überwiegende Mehrheit der Horier auf das Wort von Shaer O'Ghallun hört, der in der Gigantenstadt AshCaron an der Mauer der Alten Welt residiert und von dort die Fäden zieht, ohne jemals selbst in Erscheinung zu treten. Und wenn der Shaer mit dem machairisch klingenden Namen die Stämme zu den Waffen riefe, könnten sie sämtliche Vogelreiter mit einem Schlag aus ihrem Land fegen. Das weiß Hadamur und gibt sich darum mit den herrschenden Bedingungen zufrieden.
Das Nomadentum der Horier hat das Entstehen größerer Siedlungen verhindert, es gibt nur wenige kleinere in der nördlichen Ebene und nur eine größere Stadt an der Grenze zu Samboco, die Jurcom heißt. Doch die geheime Hauptstadt des Landes ist die Gigantenstadt Ash'Caron. Es gibt auch kein Landeswappen, jeder Stamm hat sein eigenes Zeichen. Wo die Vogelreiter die Fahnen mit der roten Sonne aufpflanzen, werden diese früher oderspäter in Brand gesteckt. Von den Nutztieren ist, wie auch in Erron, das Ur-Rind am verbreitetsten, Reitpferde sind selten, die in den ophischen Bergen wild lebenden Tokapis werden wegen ihres schmackhaften Fleisches geschätzt, Yarls aus der Düsterzone suchen gelegentlich das Gebiet an der Mauer der Alten Welt heim. Die Horier betreiben Ackerbau und Viehzucht (machairisch der Handelsstraße), sind gewiefte Handler und geschickte Handwerker. Manche Stämme sind derart spezialisiert, daß sie auf ihrem Gebiet als wahre Meister gelten, etwa auf dem der Waffenschmiedekunst, Schmuck- und Zierratfertigung, von allem anderen aber rein gar nichts verstehen. Die Frauen sind praktisch rechtlos und dürfen sich fast nur tief verschleiert zeigen. Der Largin entspringt dicht an der (sich dauernd veränderten) Düsterzone bei den Springenden Quellen, die für die Horier ein geheiligter Bezirk sind und zu denen sie Pilgerreisen unternehmen. Es handelt sich gleichzeitig auch um eine Stätte der Gerichtsbarkeit, an der ein eines Vergehens Beschuldigter seine Unschuld beweisen kann, indem er die Durchquerung des Quellgebietes überlebt.
Mythor-Fundort: 72
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